Gewohnheiten als Ursache von Einschlafstörungen: Alkohol

Alkohol: Schlafförderer oder Schlafräuber?

Stellen Sie sich vor: Sie treffen sich mit guten Freunden in einer Bar. Der Abend ist gesellig und nach fünf Stunden kommen Sie um zwei Uhr nachts nach Hause und schaffen es (hoffentlich) gerade noch, sich die Zähne zu putzen. Danach fallen Sie schon völlig erledigt, aber auch selig und entspannt ins Bett. Alles gut soweit. Oder? Was passiert während dieser Zeit und danach in Ihrem Körper?

Des Alkohols schlafanstoßende Wirkung

Alkohol wirkt entspannend, nicht nur auf Ihre Seele, sondern auch auf Ihre Muskulatur. Ihr Körper wird ruhiger und die Gedankenspirale nimmt endlich mal eine Auszeit. Ihre Stimmung hellt sich auf und die körperliche Anspannung lässt nach. Dies führt tatsächlich dazu, dass Sie schneller einschlafen können und der Tiefschlaf in der ersten Hälfte der Nacht begünstigt ist.

Alkohol wirkt also schlafanstoßend. Das stimmt.

Aber schläft man tiefer, länger und ist die Schlafqualität dann höher als in nüchternem Zustand?

Der Alkoholabbau und seine Nebenwirkungen

Wissenschaftler sind sich einig:

Alkohol fördert unterm Strich gesehen keine gesunde und erholsame Nachtruhe.

Zum einen beginnt Ihr Körper bereits nach drei bis vier Stunden, den Alkohol abzubauen. Während dieses Abbauprozesses ist Ihr körperliches Aktivitätslevel erhöht, denn es werden verschiedene Stoffwechselprozesse angestoßen. Außerdem sinkt der „Alkoholpegel“ irgendwann wieder auf ein niedrigeres Niveau, welches nicht mehr sedierend, sondern eher aktivierend wirkt.

Dazu kommt: Wenn Sie zu diesem Zeitpunkt bereits ein paar Stunden geschlafen haben, ist der Schlafdruck schon deutlich geringer als zu Beginn der Nacht. Darüber hinaus sorgt auch der Biorhythmus gegen Morgen dafür, dass die Körpertemperatur ansteigt und Stresshormone ausgeschüttet werden und der Körper so auf ein baldiges Aufwachen vorbereitet wird. (Weitere Information finden Sie in meinem Artikel zum Thema Biorhythmus)

Die verflixte zweite Hälfte der Nacht

Sie kennen das bestimmt: Sie kommen im Morgengrauen von einer feuchtfröhlichen Party zurück. Im dämmernden Licht des jungen Tages schlafen Sie ein und bereits nach vier Stunden wachen Sie wieder auf – nassgeschwitzt – und trotz aller Müdigkeit können Sie nicht wieder einschlafen. Der erniedrigte Schlafdruck und die Vorbereitung Ihres Körpers auf ein baldiges Aufwachen sind in der zweiten Nachthälfte/dem letzten Drittel der Nacht normal. Kommt nun aber die erwähnte Aktivierung durch den Alkoholabbau hinzu, reicht das, um aufzuwachen und diesen Wachheitszustand erst einmal für zwei Stunden oder länger aufrecht zu erhalten (wenn Sie eigentlich gerade weiterschlafen möchten). Die zweite Hälfte der Nacht ist also entweder komplett schlaflos oder zumindest sehr unruhig.

Schon bei geringen Mengen Alkohol kommt es zu vermehrtem Schwitzen und Herzklopfen. Sie haben starken Durst und müssen dementsprechend häufiger trinken und auch die Toilette aufsuchen.

Alkohol als Schnarch-Förderer

Die sowieso schon schlafstörende Wirkung des Alkohols wird verstärkt durch die entspannende Wirkung, die auch vor der Atemmuskulatur keinen Halt macht. Dies hat zur Folge, dass normalerweise ruhig schlafende Menschen plötzlich zu Schnarchern werden (was nicht nur eventuelle Partner, sondern auch ihren eigenen Schlaf stört). Zusätzlich kommt es bei jedem Menschen unter Alkoholeinfluss häufiger als normal zu Atemaussetzern (bei 1 Liter Bier schon doppelt so häufig!). Der Extremfall ist, dass Menschen, die ohne Alkohol schon schnarchen, eine Schlafapnoe entwickeln. (Weiteres zum Thema Schnarchen und Schlafapnoe finden Sie hier.)

Fazit

Alkohol hat einen Effekt auf den Schlaf, der nicht so positiv ist, wie man meinen könnte. In der ersten Hälfte der Nacht ist er positiv. Man schläft schneller ein und auch die Tiefschlafphasen sind häufiger. Doch dies rächt sich in der zweiten Hälfte der Nacht, wenn man bedingt durch den Alkoholabbau aufwacht oder zumindest unruhig schläft.

Zugegeben: Es ist ein großer Unterschied, ob Sie nur ein Glas Wein oder direkt eine Flasche davon trinken. Gegen einen Drink mit Freunden ab und zu ist nichts einzuwenden. Wenn Sie aber Ihren Schlaf positiv beeinflussen wollen, sollten Sie ihn nicht direkt vor dem Einschlafen trinken. Geben Sie Ihrem Körper genug Zeit, um den Alkohol wieder abzubauen. Beachten Sie auch, dass Sie nicht häufiger als ein- bis zweimal in der Woche und dann am besten nur ein alkoholisches Getränk genießen.

Wenn Sie dies beherzigen, sollte einer erholsamen Nachtruhe nichts mehr im Wege stehen – zumindest nicht durch Alkohol.

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben meinen Artikel zu lesen. Ich hoffe Sie konnten ein paar Antworten auf Ihre Fragen finden. Wie immer würde ich mich über Feedback zu diesem Artikel oder allgemein zu meiner Seite oder Anregungen in Form eines Kommentars zu diesem Artikel oder per Email unter Tobias@sleepful.de freuen. Bitte scheuen Sie sich auch nicht mich mit Fragen zu kontaktieren.

Ich wünsche Ihnen auch weiterhin viel Spaß beim durchstöbern meiner Seite. An welcher Stelle Sie damit am besten beginnen, erfahren Sie auf der Seite „Einschlafprobleme überwinden“.

Viele Grüße

Ihr

Tobias Kartje

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