Ist Mittagsschlaf gesund? Finden Sie es heraus!

„Mittagsschlaf? Das ist doch nur was für Hippies oder alte Menschen!“ Diese Einstellung ist etwas engstirnig und davon abgesehen schlicht falsch. Fast jeder kann von einer mittäglichen Auszeit profitieren. Warum, das will ich Ihnen in diesem Artikel erzählen. Der Mittagsschlaf gehört nämlich wie andere Regeln zur sogenannten „Schlafhygiene“: Umstände und Verhaltensweisen, die einen gesunden Schlaf unterstützen.

Mittagsschlaf, das ist doch nur was für Rentner und faule Studenten!

Ob sie es glauben oder nicht, jeder Fünfte in Deutschland hält mehr oder weniger regelmäßig einen Mittagsschlaf. Tatsächlich steigt die Anzahl mit zunehmendem Lebensalter an. Dies liegt wohl daran, dass Rentner zum einen die Zeit für einen Mittagsschlaf haben, zum anderen den Mittagsschlaf aber auch benötigen, um die altersbedingt verkürzte Nachtruhe (Stichwort: Senile Bettflucht) auszugleichen. Aber auch manche jüngere Menschen gönnen sich ein wenig Ruhe in der Tagesmitte. Leicht durchzusetzen ist dies oftmals nicht, denn in unserer modernen, 24-Stunden-Leistungs-und-Informationsgesellschaft wird Schlaf und besonders der Mittagsschlaf als überflüssig, Faulheit oder Bequemlichkeit angesehen. „Der/die schläft? Aber es ist doch mitten am Tag!!!“

Mittagsschlaf vs. Gesellschaftliche Normen

Ich hätte gerne den Gesichtsausdruck meines Chefs gesehen, wenn ich nach dem Mittagessen schlafend an meinem Schreibtisch oder in einem der Konferenzräume gesessen hätte. Dabei habe ich mir oft gewünscht, mich unauffällig einfach irgendwo hinlegen zu können. Aber, auch ich kann mich nicht von diesen Abwertenden Gedanken befreien. Als meine Schwägerin mir erzählte, dass sie sich jeden Tag in ihrer Mittagspause in ihr Auto setzt und dort ein Nickerchen macht, musste ich doch schon etwas schmunzeln. Dabei macht sie es genau richtig und ich bin derjenige, der sich viel zu sehr an die Normen unserer Leistungsgesellschaft angepasst hat.

Zwei Schlafphasen

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass der Schlaf-Wach-Rhythmus nicht eine, sondern zwei Schlafphasen einplant. Eine umfangreiche in der Nacht und eine kurze am Tag, meist zwischen 14 und 15Uhr. Also, ist Mittagsschlaf gesund? Absolut! Die Natur hat ihn sogar für uns vorgesehen. Es liegt also nicht nur am schweren Mittagessen, wenn Sie sich plötzlich nicht mehr konzentrieren können und schläfrig werden (aber dies spielt natürlich zusätzlich eine Rolle, da mehr Blut Richtung Magen und Darm fließt, weg vom Gehirn, da es zur Verdauung benötigt wird). Bitte beachten Sie zum biologischen Rhythmus auch meinen Artikel: „Die innere Uhr: Wie der Biorhythmus den Schlaf beeinflusst“.

Mittagsschlaf, um Abends besser schlafen zu können?

Was bei übermäßiger Müdigkeit am Mittag helfen kann? Das ist einfach: ein Mittagsschlaf. Schon ein kurzes Nickerchen ab 4 Minuten Länge soll besser erholen und die Konzentrationsfähigkeit mehr steigern, als ein starker Kaffee. Das glauben Sie nicht? Ich habe es ausprobiert und auch wenn ich natürlich nur für mich sprechen kann: es hat funktioniert! Für mich haben sich die Ergebnisse der Studien bestätigt: ein Kurzschlaf am Tag macht fit, verbessert die Stimmung, die Reaktionsfähigkeit und die Leistungsbereitschaft.

Regeln des gesunden Mittagsschlafs

Wichtig ist allerdings: legen Sie sich vor 15Uhr zur Ruhe und niemals länger als 30 Minuten. Das liegt nahe: legen Sie sich nach 15Uhr hin, haben Sie nach dem Mittagsschlaf nicht mehr genügend „Tag übrig“, um ausreichend Schlafdruck für die Nacht aufzubauen. Und schliefen sie länger als 30 Minuten, würden Sie in die Tiefschlafphase fallen und sich am Ende gerädert fühlen und sehr lange brauchen, um wieder in den Tag zu finden. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Regelmäßigkeit. Versuchen Sie ihren Mittagsschlaf zu einer festen Gewohnheit in Ihrem Leben zu machen. Legen Sie sich jeden Tag hin und versuchen Sie dies jeden Tag zur ungefähr gleichen Zeit zu tun. So kann ihr Körper sich darauf einstellen und Sie können die größtmögliche Erholung daraus ziehen.

Ausgleich

Auch, wenn Sie es nicht schaffen den Mittagsschlaf regelmäßig in Ihr Leben zu integrieren, können Sie aber trotzdem Nutzen daraus ziehen. Sollten Sie nachts einmal zu kurz geschlafen haben, kann Ihnen ein Mittagsschlaf den nötigen Energieausgleich verschaffen. Wenn Sie beispielsweise am Samstag auf einer Party waren und Sonntags gemäß meiner Tipps trotzdem zur gewohnten Zeit aufgestanden sind, kann Ihnen sogar ein Kurzschlaf ab 4 Minuten besser helfen als der stärkste Kaffee! Probieren Sie es aus, bei mir funktioniert es wunderbar.

„Schaaaatz! Jetzt geh doch mal ins Bett!!!“

Dies sollte an dieser Stelle noch kurz erwähnt werden: Der Mittagsschlaf heißt nicht umsonst Mittagsschlaf, sondern, weil er Mittags abgehalten werden sollte. Ein Schlafphase zu spät am Tag kann sich sehr negativ auf Ihren Nachtschlaf auswirken. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass schon das kurze Dösen abends vor dem Fernseher gravierende Folgen auf das Einschlafen später im Bett haben kann. Ich habe früher oft so lange ferngesehen, bis ich müde war und eingeschlafen bin. Irgendwann gegen Mitternacht habe ich mich dann ins Bett geschleppt (bei Licht und nach dem Zähneputzen), nur um dort wieder wach zu liegen, weil der erste Schlafdruck natürlich weg und ich durch das Licht und die Aktivität wieder wach geworden war.

Also, ist Mittagsschlaf gesund?

Definitiv! Laut Untersuchungen funktioniert das Zusammenspiel aller biologischen Rhythmen besser bei Menschen, die mittags regelmäßig kurz schlafen. Auch wenn man eigentlich denkt, ein Mittagsschlaf könne die Einschlafstörungen nur verschlimmern, muss dem nicht so sein. Dadurch, dass Sie Ihrem biologischen Rhythmus folgen, tun Sie ihrem Körper etwas Gutes. Und wenn Sie sich daran halten

  • nicht nach 15Uhr zu schlafen,
  • auf den Wecker zu hören, der nach spätestens 30 Minuten klingelt und
  • das Mittagsschläfchen zu einer Regelmäßigkeit in Ihrem Tagesablauf werden zu lassen,

werden Sie wahrscheinlich mit mehr Leistungsfähigkeit und einem ausgeglicheneren Selbst belohnt. Probieren Sie es doch einmal aus! Falls Sie allerdings einer der Menschen sind, denen die mittägliche Ruhe tatsächlich nichts als den abendlichen Frust bringt, nicht einschlafen zu können, lassen Sie es natürlich lieber. Jeder Mensch hat andere Bedürfnisse. Aber machen Sie sich frei von der Einstellung, wer mittags schlafe, sei ein Faulenzer und Taugenichts! Auch Bill Clinton, Einstein und Newton (und meine Schwägerin) sollen sich regelmäßig mittags zurückgezogen haben…also, wer weiß, was für geistige Potenziale hier womöglich freigesetzt werden könnten?

Mit den besten Grüßen

Ihr

Tobias Kartje

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