Pflanzliche Beruhigungsmittel – Schlafmittel rezeptfrei

Schon wieder eine Nacht ohne Schlaf. Sie wälzen sich verzweifelt im Bett hin und her, aber Sie können einfach nicht einschlafen. Eine Stunde nach der anderen vergeht, ängstlich schauen Sie immer wieder zur Uhr. „Verdammt, in zwei Stunden muss ich aufstehen. Wie soll ich den kommenden Arbeitstag überstehen?“ Vor lauter Angst können Sie dann erst recht keinen Schlaf finden. Aber ist es denn wirklich so dramatisch, hin und wieder unter einer schlaflosen Nacht zu leiden? Wenn jedoch die Einschlafstörungen zum Dauerzustand werden, sollten Sie etwas unternehmen. Viele erhoffen sich schnelle Hilfe durch ein Schlaf förderndes Medikament. Der Griff zur Schlaftablette ist unkompliziert, aber nicht immer ungefährlich. Die Apotheken bieten ein großes Sortiment an Schlafmitteln an. Viele sind rezeptfrei, beruhen auf pflanzlichen Wirkstoffen. Sie fragen sich: „Sind pflanzliche Beruhigungsmittel wirklich eine Hilfe gegen Schlafstörungen oder soll ich mir von meinem Hausarzt ein starkes Mittel verordnen lassen?“

 Vorsicht, Suchtgefahr! – die Risiken bei regelmäßiger Einnahme von synthetischen Schlafmitteln

„Herr Doktor, ich kann seit einigen Tagen nicht mehr einschlafen. Bitte verschreiben Sie mir ein richtig gutes Schlafmittel.“ Ein gewissenhafter Arzt wird nicht sofort nach dem Rezeptblock greifen, sondern er wird erst einmal versuchen, die Ursachen der Schlaflosigkeit zu erforschen. Vielleicht verschreibt er dann zunächst ein mildes Einschlafmittel aus pflanzlichen, nebenwirkungsfreien Wirkstoffen. Bei schweren Schlafstörungen kann es jedoch manchmal erforderlich sein, ein synthetisches, also chemisches Schlafmittel zu verordnen.

Zu den Medikamenten, die am meisten verschrieben werden, gehören die Schlafmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine. Hier ist vor allem das Diazepam unter dem Namen „Valium“ geläufig. Es zählt zu den Tranquilizern, die stark sedierend, muskelentspannend, angstlösend und Schlaf fördernd wirken. Sie gehören jedoch zu den stark abhängig machenden Medikamenten und sollten, wenn überhaupt, nur über einen kurzen Zeitraum eingenommen werden. Bei akuten psychischen Störungen, beispielsweise bei Angst- und Panikzuständen, kann die kurzfristige Einnahme von Benzodiazepinen jedoch notwendig sein. Sie sind als Ein- und Durchschlafmittel zunächst durchaus hilfreich. Bei längerfristiger Einnahme jedoch kehrt sich die Wirkung um: Statt schneller Einschlafhilfe erweist sich das Medikament nun als schlafhemmendes Mittel: Es kommt zu Einschlaf- und Durchschlafstörungen, Angst- und Unruhezustände nehmen wieder zu. Paradox, nicht wahr? Da diese Tranquilizer als Schlafmittel in der bisherigen Dosierung nicht mehr wirken, muss die Dosis ständig erhöht werden, damit der gleiche Effekt erreicht werden kann. Ein Teufelskreis, der zur kompletten Abhängigkeit führt. Etwa 1,2 Millionen Menschen, die diese Schlafmittel ständig konsumieren, sind medikamentenabhängig und benötigen unter Umständen eine Entzugstherapie in einer Suchtklinik. Der „Lippstädter Benzo-Check“ dient als Test, den Grad unerwünschter Nebenwirkungen und eine mögliche Abhängigkeit festzustellen.

Pflanzliche Beruhigungsmittel als gute Alternative bei Einschlafstörungen

Um eine Medikamentenabhängigkeit durch den Gebrauch synthetischer Schlafmittel zu vermeiden, sollten Sie bei Einschlafstörungen lieber auf pflanzliche Beruhigungsmittel ausweichen. Baldrian, Hopfen, Melisse, Lavendel, Passionsblume, Johanniskraut und weitere Naturheilmittel helfen sanft gegen Verspannungen und Stress und sorgen dafür, dass Sie leichter einschlafen können. Sie sind vor allem nahezu nebenwirkungsfrei, machen auf keinen Fall abhängig und können daher langfristig eingenommen werden. Diese Heilkräuter sind in verschiedensten Formen, als Extrakt in Dragees, als Tee, als Saft oder Tinktur, Duftkissen oder Badezusätzen, uvm. erhältlich.

  • Baldrian gehört zu den beliebtesten pflanzlichen Beruhigungs- und Einschlafmitteln. Der Extrakt der Baldrianwurzel wirkt beruhigend, entspannend und angstlösend und ist ein gutes Einschlafmittel. Allerdings sollte dieses Heilmittel, damit es seine Wirkung voll entfalten kann, über einen längeren Zeitraum und hoch dosiert zugeführt werden. Geraten wird zu einer täglichen Dosis von 600 mg.
  • Zu den entspannenden und Schlaf fördernden pflanzlichen Beruhigungsmitteln gehört auch der Hopfen. Die beruhigenden Substanzen befinden sich im Zapfen dieser Pflanze, die in Form von Kapseln, Dragees, Tropfen und Tinkturen zugeführt werden. Auch in etlichen Schlaf- und Beruhigungstees befindet sich der Extrakt aus den Hopfenzapfen. Dieses Naturheilmittel hilft unter anderem bei innerer Unruhe, Angstzuständen und Schlaflosigkeit. Sie finden Hopfenbestandteile oft in der Kombination mit Baldrian.
  • Beruhigend und krampflösend wirkt auch die Zitronenmelisse. Verantwortlich ist das ätherische Öl der Melissenblätter. Es hilft bei nervösen Störungen, bei Unruhezuständen und wird als Mittel gegen Einschlafstörungen eingesetzt. Der Extrakt der Melissenblätter befindet sich in Schlaf- und Nerven-Tees zusammen mit Baldrian, Johanniskraut oder Hopfen. Aber auch in Tropfen- oder Tablettenform ist die Melisse ein hilfreiches pflanzliches Beruhigungsmittel.
  • Lavendelblüten sind vorzüglich geeignet bei Angst- und Unruhezuständen. Sie helfen auch bei Einschlafstörungen. Einige Tropfen Lavendelöl im warmen Badewasser wirken hervorragend bei Erschöpfungszuständen. Für Ihr Beruhigungsbad benötigen Sie 20 bis 100 Gramm Lavendelblüten auf 20 Liter Wasser. Getrocknete Lavendelblüten in einem Kräuterkissen sorgen für einen guten Schlaf. Lavendel ist auch ein Bestandteil von Teemischungen. Der Extrakt der Lavendelblüte findet sich ebenso in Kapseln, Dragees oder Tropfen.
  • Auch die Passionsblume gehört zu den pflanzlichen Beruhigungsmitteln. Sie wird unter anderem gegen Angst- und Unruhezustände, bei nervlicher Belastung und Schlaflosigkeit angewandt. Der Extrakt wird als Tee, oft auch zusammen mit Baldrian und Hopfen getrunken. Es gibt ihn auch in anderen Zubereitungsformen wie Tropfen und Dragees.
  • Der Vollständigkeit halber sollten an dieser Stelle auch Marihuana und Alkohol genannt sein, die mitunter eine einschlaffördernde Wirkung haben können. Auf die Wirkung dieser Substanzen als pflanzliche Beruhigungsmittel, sowie unerwünschte Nebenwirkungen werden wir in späteren Artikeln eingehen.

Fazit

Schlaflosigkeit sollte auf keinen Fall auf die leichte Schulter genommen werden. Wer über eine längere Zeit unter Schlafmangel leidet, ist bald seinen täglichen Aufgaben nicht mehr gewachsen. Chronische Schlafstörungen können unter anderem zu Konzentrationsstörungen und Tagesmüdigkeit, zu Herz- und Kreislaufproblemen und zu Depressionen führen. Schlafstörungen sollten jedoch möglichst nicht mit synthetischen Schlafmitteln bekämpft werden. Sie haben viele Nebenwirkungen und führen leicht zur Abhängigkeit. Sinnvoller sind pflanzliche Beruhigungsmittel, die, richtig dosiert, als natürliche Einschlafhilfen gut geeignet sind. Bei schwerer Schlaflosigkeit sollte jedoch der Arzt kontaktiert werden.

Ich hoffe, Sie hatten viel Freude beim Lesen und habe die ein- oder andere Anregung zur Bekämpfung Ihrer Einschlafprobleme erhalten. Bitte hinterlassen Sie mir doch einen Kommentar, ob Sie pflanzliche Beruhigungsmittel ausprobiert haben und welche bei Ihnen am besten wirken. Auch, wenn Sie noch Mittel kennen, die Ihnen helfen, die in meinem Artikel nicht berücksichtigt wurden, bitte ich Sie ein paar Zeilen zu hinterlassen. Ich freue mich auf Ihre Kommentare und hoffe, dass sowohl ich, als auch meine anderen Leser davon profitieren können.

Viele Grüße

Ihr

Tobias Kartje

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