Pflanzliche Einschlafhilfen II – Das Update

Sollten Sie ein regelmäßiger Besucher unserer Website sein, haben Sie bestimmt meinen Artikel zum Thema „pflanzliche Einschlafhilfen“, mit dem Titel „Pflanzliche Beruhigungsmittel – Schlafmittel rezeptfrei“ gelesen. In diesem Artikel habe ich einige pflanzliche Einschlafhilfen als nicht abhängig machende Alternative zu chemischen Medikamenten vorgestellt. Seit diesem Artikel sind einige Monate vergangen, in denen ich mich viel mit den Themengebieten der Pflanzenheilkunde und der Schlafhygiene beschäftigt habe. Heute möchte ich Ihnen erklären, warum ich aufgrund meiner neuen Erkenntnisse kurz versucht war, den ersten Artikel zu diesem Thema einfach zu löschen…

Beschränkter Horizont | Solange es beruhigt, ist alles gut!

Fangen wir also nochmal von vorne an. Meine letzter Artikel zum Thema der pflanzlichen Beruhigungsmittel war einer meiner ersten Artikel. Ich hatte mich bereits etwas mit dem Themengebiet Schlaf, Schlafstörung und Einschlafprobleme beschäftigt aber sowohl meine Wissen als auch sleepful.de steckten rückblickend noch in den Kinderschuhen.

Mein Ziel für meinen ersten Artikel war damals – wie der Titel schon sagte – einen Kurzüberblick zum Thema „pflanzliche Mittel mit einer beruhigenden Wirkung“ zu schaffen. Und genau dies ist es auch geworden. Da die Informationen in dem Artikel faktisch richtig sind, habe ich mich entschieden, diesen nicht zu löschen. Warum allerdings bei der Suche nach einem guten pflanzlichen Mittel gegen Schlafstörungen die Eingrenzung auf „beruhigende Heilkräuter“ viel zu kurz gegriffen war, möchte ich Ihnen gleich erklären.

Die Wirkung | Alles nur Einbildung?

Bevor ich meine neuen Erkenntnisse mit Ihnen teile, muss ich allerding noch einmal an meinen alten Artikel anknüpfen. Seit ich diesen ersten Artikel veröffentlich habe, wurde ich häufig mit der Reaktion konfrontiert: „Pflanzlich statt chemisch – das ist ja alles gut und schön. Aber sind wir doch mal ehrlich – das ist doch alles nur Einbildung.“

Meine Antwort hierzu lautet: Nein, es ist nicht alles bloß Einbildung. Natürlich trägt bei der Anwendung von pflanzlichen Heilmitteln auch immer eine psychische Komponente zur Wirkung bei. Aber bei chemischen Medikamenten ist dies ja nicht anders. Nicht umsonst gibt es bei Blindstudien neuer chemischer Medikamente auch immer eine Vergleichsgruppe, die ein Placebo bekommt. Der Placebo Effekt ist immer Teil der Wirkung, egal ob bei pflanzlichen oder chemischen Medikamenten.

Wichtig zu wissen ist aber, dass pflanzliche Heilmittel, auch über den Placebo Effekt hinaus, eine nachgewiesene Wirkung haben. Was dafür spricht, ist die lange Geschichte pflanzlicher Heilmittel. Viele Heilpflanzen wurden schon vor Jahrhunderten, z.B. in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) oder im Ayurveda von Menschen zur Heilung von Beschwerden genutzt. Diese Heilmethoden erfreuen sich, wie es scheint, auch heutzutage wieder einer immer größeren Beliebtheit. Während die Wirksamkeit einiger der in diesen medizinischen Therapierichtungen verwendeter Mitte noch immer lediglich auf jahrhundertelanger Überlieferung basiert, ist die Wirkung vieler Heilpflanzen inzwischen auch klinisch erforscht und wissenschaftlich belegt.

Die Wirkungen der Heilpflanzen basiert auf den jeweiligen Inhaltsstoffen. Dies sind z.B. ätherische Öle, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Pflanzenfarbstoffe, Antioxidantien und viele mehr. Zu beachten ist, dass diese Wirkstoffe meistens nicht in der ganzen Pflanze vorhanden sind, sondern in bestimmten Pflanzenteilen, wie den Blüten, Blättern, Samen, der Rinde oder der Wurzel sitzen. Während Sie sich Ihren Kamillentee mit Kamillenblüten aufgießen, sind es bei der Pfefferminze die Blätter, die verwendet werden. Bei Ingwer und Süßholz hingegen verwenden Sie vornehmlich die Wurzeln.

Eine weiter „Eigenart“, die pflanzliche Heilmittel gegenüber chemischen Substanzen haben, ist dass Heilpflanzen zumeist nicht nur einen Wirkstoff haben. Häufig gibt es einen Hauptwirkstoff, der das primäre Einsatzgebiet der Heilpflanze bestimmt. Daneben gibt es im Regelfall aber auch diverse Nebenwirkstoffe, die weitere positive Begleiterscheinungen mit sich bringen können. Werden nun verschiedene Heilpflanzen zusammengestellt, ergibt dies einen Wirkkomplex aus diversen Haupt- und „Nebenwirkungen“. Da dies sehr schnell sehr komplex werden kann, ist es ratsam sich pflanzliche Heilmittel immer vom Experten zusammenstellen zu lassen.

Meine Suche nach dem perfekten Mittel gegen Schlafstörungen | Neue Erkenntnisse

Nachdem ich den eingangs erwähnten ersten Artikel zum Thema Heilkräuter geschrieben hatte, habe ich viel Zeit darauf verwendet, das perfekte Schlafmittel für mich zu finden. Dazu gehört für mich zum einen, dass das Mittel wirksam ist und mir tatsächlich beim Einschlafen hilft. Zum anderen war mir aber auch wichtig, dass das Mittel gut schmeckt und riecht. Irgendwas hat mir gesagt, dass die Baldrian Kapseln und der bittere Schlaf- und Nerventee aus dem Discounter oder Lavendelprodukte, deren Geruch mich an die Mottenkugeln aus Omas Kleiderschrank erinnerten, nicht das letzte Wort auf der Suche nach meiner Einschlafhilfe sein können.

Also habe ich mich mit den Bereichen der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) und Aromatherapie beschäftigt und viele interessante Gespräche zu diesen Themen mit Experten aus den Bereichen der Tee-Entwicklung, Ernährungswissenschaften und Lebensmittechemie und auch der Psychologie geführt. Und so setzte sich Stückchen für Stückchen das Puzzle zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen.

Mir wurde klar, dass ich auf meiner Suche viel zu eng gedacht hatte.

Für einen gesunden Schlaf gibt es so viele Ansatzpunkte und Einflussfaktoren. Es reicht nicht aus, entspannende Substanzen als pflanzliche Einschlafhilfen zu verabreichen.

 

Das Ergebnis | Der ganzheitliche Ansatz

Schon alleine die Fülle meiner Artikel auf sleepful.de hätte mich mit der Nase darauf stoßen müssen. Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die sich auf das Einschlafen und Durchschlafen auswirken. Da kann doch das eine entspannend wirkende pflanzliche Mittel gar nicht ausreichen.

Lassen Sie mich Ihnen ein paar dieser schlaf-beeinflussenden Faktoren aufzählen:

In meinem Artikel zum Thema Koffein berichtete ich z.B. davon, dass besonders ältere Herrschaften durch die abendliche Aufnahme von Koffein teilweise sogar besser schlafen, weil das Koffein die Durchblutung des Gehirns fördert. Würde ich deswegen einen Abendtee entwickeln, der Koffein beinhaltet? Wohl eher nicht. Aber könnte es nicht sinnvoll sein, abends stattdessen auf ein pflanzliches Heilmittel wie Ginkgo zurückzugreifen, dass die Durchblutung des Gehirns fördert?

Dann schrieb ich darüber, dass Schnarchen den Schlaf (sowohl den eigenen, als auch den des Partners), stören kann und, dass dünne Menschen prinzipiell weniger schnarchen als dicke. Wäre es da nicht sinnvoll, dass das perfekte Schlafmittel auch eine gewichtsregulierende Wirkung hat und gefährdeten Menschen dabei hilft, abzunehmen oder zumindest das Gewicht zu halten?

Außerdem habe ich davon geschrieben, wie sich Depressionen und Schlafstörungen gegenseitig bedingen. Schlafstörungen können Depressionen verursachen, Depressionen können aber auch der Auslöser von Schlafstörungen sein. Diesen Ansatzpunkt machen sich die sogenannten Serotonin-Booster schon zu Nutze. Angeboten werden zumeist Griffonia (Afrikanische Schwarzbohne) Kapseln, welche den Wirkstoff 5-HTP (L-5-Hydroxytryptophan) beinhalten. Dieser Wirkstoff wird im Körper zu dem Glückshormon Serotonin verstoffwechselt. Durch einen erhöhten Serotoninspiegel wiederum, kann es zu einer stimmungsaufhellenden bzw. depressionslindernden Wirkung kommen, was einen gesunden Schlaf begünstigt. Ein zweiter und weit gewichtigerer Effekt ist, dass das Serotonin im Körper zur Bildung des Schlafhormons Melatonin genutzt wird. Es mag auf den ersten Blick paradox wirken, dass ein anregend wirkendes Glückshormon für einen besseren Schlaf sorgen soll, aber genau das ist es, was passiert.

In meinen diversen Posts zur Schlafhygiene bin ich außerdem auf verschiedenste Punkte eingegangen, die die Schlafhygiene und damit den Schlaf beeinflussen können. Genannt wurden zum Beispiel, dass ein möglichst regelmäßiger Schlafrhythmus eingehalten werden sollte, damit der Körper sich darauf einstellen kann, wann er herunterfahren und wann er sich wieder aktivieren muss. Dazu gehörte es nicht nur, regelmäßig zu einer ähnlichen Zeit ins Bett zu gehen, sondern auch zu einer ähnlichen Zeit aufzustehen. Auch wenn es verlockend erscheint, nach einer schlechten Nacht länger liegen zu bleiben; gerade in diesen Fällen ist es extrem wichtig, pünktlich aus dem Bett zu kommen und aktiv in den Tag zu starten.

Aber es ist nicht nur der Aufstehzeitpunkt und der gute Start in den Tag der für die Schlafhygiene wichtig ist. Es ist mindestens genauso wichtig, den Tag aktiv zu gestalten. Legen Sie bloß keine Schonhaltung an den Tag, nur weil sie sich von der letzten Nacht etwas geschwächt fühlen. Dies führt nur dazu, dass Sie abends nicht richtig müde sein werden.

Außerdem ist es für eine gute Schlafhygiene auch wichtig, dass Sie sich ein entspannendes Einschlafritual zulegen. Regelmäßig durchgeführt, signalisiert dieses Ritual Ihrem Körper und Geist: „Nun ist es Zeit zum Abschalten“. Ein Einschlafritual ist ganz individuell und könnte für Sie zum Beispiel das Lesen eines Kapitels in Ihrem Lieblingsbuch, ein Tässchen Abendtee, ein Entspannungsbad oder ein Sprühstoß eines beruhigenden Kopfkissensprays auf Ihr Kopfkissen sein. Suchen Sie sich etwas aus, das Sie entspannt und das dafür sorgt, dass Sie sich so richtig wohlfühlen.

Ein letzter entscheidender Faktor für die Güte des Schlafes, den ich an dieser Stelle nennen möchte, ist körperliche Gesundheit und Wohlbefinden. Dieser sehr umfassende Punkt beinhaltet, dass wir gut auf uns achten, vernünftig essen, Sport treiben, nicht zu viel Alkohol trinken und rauchen und generell auf unsere Gesundheit achten. Mit Verdauungsbeschwerden, Erkältungen und Infekten schläft es sich in der Regel einfach nicht so gut.

Fazit | Pflanzliche Einschlafhilfen 2.0

Ich vermute, dass Ihnen im Laufe der letzten Absätze klar geworden ist, was auch mir bei meiner Recherche bewusst geworden ist. Es gibt so viel Faktoren, die Einfluss darauf haben, ob wir gut einschlafen können und ob wir ruhig durchschlafen oder ob wir stattdessen mal wieder kein Auge zumachen. Da kann es doch nicht ausreichen, als Einschlafhilfe ein Mittel zu nehmen, dass nur entspannend wirkt, aber die ganzen anderen Faktoren vollkommen außer Acht lässt.

Ob wir gut schlafen, bestimmt sich auch, aber nicht nur in den 45 Minuten bevor wir zu Bett gehen. Natürlich ist es wichtig, dass die Tasse Tee am Abend beruhigend wirkt. Aber, dies ist nur ein kleiner Faktor, nur ein Puzzleteilchen, im Gesamtbild. Ob wir Abends gut schlafen oder nicht bestimmt sich durch unser Verhalten und unsere Gewohnheiten, 24 Stunden am Tag.

Was bedeutet dies alles also für mein perfektes pflanzliches Schlafmittel? Wenn es nicht reicht, beruhigend zu wirken, was muss die perfekte pflanzliche Einschlafhilfe dann alles bewirken? Meiner Meinung nach sollte ein gutes pflanzliches Mittel uns dabei unterstützen,

  • dass wir auch nach einer unruhigen Nacht morgens mit Schwung in den Tag starten und nicht einfach länger liegen bleiben,
  • dass wir den Tag aktiv gestalten, damit wir abends auch wieder richtig müde sind,
  • dass wir dabei aber den Stress soweit möglich reduzieren, damit dieser uns nicht Nachts wieder einholt,
  • dass unser Immunsystem stark und wir körperlich gesund sind, also weder unter Erkältungen, Infekten oder Verdauungsbeschwerden leiden, noch unser Gehirn zu wenig durchblutet wird,
  • dass wir eine positive Grundstimmung haben und nicht in schlafhemmende Depressionen verfallen,
  • dass unser Schlafzimmer wieder ein Ort des Wohlfühlens, des Abschaltens, der Ruhe und Entspannung wird
  • und natürlich auch, dass wir unseren Abend entspannt gestalten und ein für uns passendes Abendritual haben.

Natürlich ist es unmöglich, all diese Punkte in der einen pflanzlichen Einschlafhilfe zu vereinen. Aber mein erklärtes Ziel ist es, eine Reihe von Produkten zu entwickeln, die sich dieses umfassende, ganzheitliche Konzept zu eigen macht.

Bonus: Finden Sie hier heraus, welche meine derzeitigen Top 18 Heilpflanzen für mein ganzheitliches Konzept sind.

Ich werde Sie hier auf sleepful.de auf den Laufenden halten.

Bis dahin wünsche ich Ihnen einen allzeit geruhsamen Schlaf!

 

Mit den besten Grüßen

Tobias Kartje

 

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