Was tun gegen Schnarchen und Schlafapnoe?

Leidet Ihre Nachtruhe unter einem Partner, der nachts Bäume zersägt? So jedenfalls klingen die Geräusche, die ein Mensch durch extremes Schnarchen erzeugen kann. Oftmals helfen nur getrennte Schlafzimmer. Aber nicht nur die Bettnachbarin, der Bettnachbar leidet unter dieser lästigen Ruhestörung, der Schnarcher selbst muss durch das nächtliche Sägen auf einen erholsamen, gesundheitsfördernden Schlaf verzichten, besonders dann, wenn er unter Atemaussetzern, einer Schlafapnoe, leidet. Und das hat erhebliche Auswirkungen auf die tägliche Leistungsfähigkeit und somit auch auf die Lebensqualität. Es wurde festgestellt, dass jeder zweite Mann und jede vierte Frau über 45 schnarcht. Aber was sind die Gründe für das nervtötende Schnarchen? Was tun gegen Schnarchen?

Was sind die Ursachen für das Schnarchen?

Das Schnarchgeräusch wird in der Regel durch die beim Schlafen entspannten Weichteile des Nasen- und Rachenraumes erzeugt. Die Zunge, das Zäpfchen, der Gaumen und die Nase vibrieren im Luftstrom, und so kann es passieren, dass der Mensch schnarcht. Verstärkt wird das Schnarchen besonders dann, wenn ungehindertes Atmen durch organische Verengungen des Nasen- und Rachenraums oder durch Erkältungen blockiert ist. Das Schlafen in Rückenlage bewirkt zudem, dass die Zunge nach hinten rutscht. So verengt der Rachenraum zusätzlich.

Sie schnarchen, wenn

  • Ihre Atemwege durch eine chronische Allergie verstopft sind,
  • Sie unter vergrößerten Mandeln, einer zu großen Zunge oder unter Polypen leiden,
  • Ihre Nasenscheidewand verkrümmt ist,
  • Sie einen verkürzten Unterkiefer haben,
  • Sie überwiegend auf dem Rücken schlafen,
  • Sie durch den Mund statt durch die Nase atmen.

Die Neigung zum Schnarchen entsteht außerdem durch Alkoholkonsum direkt vor dem Zubettgehen und durch die Einnahme von Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Diese Substanzen sorgen für eine zusätzliche Erschlaffung der Atemmuskulatur. Es kommt zum verstärkten Flattern der Weichteile durch die Atemluft und somit zum typischen Schnarchgeräusch. Unter übermäßigem Schnarchen leiden vor allem auch übergewichtige Menschen. Da sich unter anderem auch das Halsgewebe verdickt – ein Doppelkinn entsteht – wird der Luftweg eingeengt.

Was tun gegen Schnarchen?

Gegen das lästige Schnarchen gibt es einfache Mittel: Gewöhnen Sie sich eine andere Schlafposition an. Um sich an die Seitenlage zu gewöhnen, könnten Sie einen mit Handtüchern gefüllten Rucksack während der Nacht aufsetzen oder in Ihr Schlafanzugsoberteil einen Tennisball einnähen. Mit diesen Tricks werden Sie die Rückenlage als sehr unangenehm empfinden. Es gibt im Sanitätsfachhandel auch spezielle Antischnarchkissen und Antischnarchwesten. Um zu verhindern, dass Ihre Atemmuskulatur während des Schlafens noch mehr erschlafft, sollten Sie kurz vor dem Schlafen auf Alkohol verzichten. Auch mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln sollten Sie vorsichtig umgehen.

Weitere Hilfsmittel sind Nasenklammern und Schnarchpflaster. Sie helfen, die Nase offenzuhalten. Ein Kinnband sorgt dafür, dass Ihr Mund geschlossen bleibt. So sind Sie gezwungen, durch die Nase zu atmen. Auch ein Nasenspray sorgt für sekretfreie Atemwege. Bei Fehlstellungen des Unterkiefers kann eine Schnarchschiene Abhilfe schaffen. Fragen Sie doch Ihren HNO-Arzt, welche Therapie gegen das Schnarchen für Sie am besten geeignet ist.

Sollten vergrößerte Mandeln, Polypen oder zu große Rachenmandeln die Ursache für Ihr Schnarchen sein, kommt unter Umständen ein chirurgischer Eingriff infrage. Auch Nasenscheidewandverkrümmungen können operativ korrigiert werden. Operationen sollten jedoch das allerletzte Mittel sein.

Die Schlafapnoe – gefährliche Begleitumstände des Schnarchens

Starkes Schnarchen ist oftmals das Indiz eines gesundheitlichen Problems. 3 bis 5 Prozent der Bevölkerung leiden unter gefährlichen Atemaussetzern, einer Schlafapnoe, von denen sie selbst meist nichts mitbekommen. Wer tagsüber ständig müde und nicht leistungsfähig ist, wen öfter am helllichten Tage der Sekundenschlaf überfällt, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Hier ist der Hals-, Nasen- und Ohrenarzt (HNO-Arzt) der richtige Ansprechpartner. Er überweist den Patienten oftmals an einen Schlafmediziner, der im Schlaflabor die Häufigkeit und Dauer der Atemaussetzer genau überprüfen kann.

 Wie entsteht eine Schlafapnoe? Was sind die gesundheitlichen Folgen?

In den oberen Atemwegen entsteht während des Schlafes ein Hindernis, eine Obstruktion, die vor allem durch die Erschlaffung der Atemmuskulatur hervorgerufen wird. So kann es passieren, dass durch den Unterdruck beim Einatmen die oberen Atemwege zusammenfallen. Es kommt zu einer reduzierten Atemtätigkeit oder gar zu einem Atemstillstand, der 20 bis 40 Sekunden, manchmal sogar mehrere Minuten anhalten kann. Die Folge: Der Organismus wird nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt, der Kohlendioxidanteil nimmt zu, kann aber durch die Muskelerschlaffung nicht schnell genug abgeatmet werden. Es besteht Erstickungsgefahr. Dadurch, dass der Organismus nach Luft ringt, entsteht ein lautes Schnarchgeräusch. Zum Glück reagiert das Gehirn durch die Unterversorgung mit Sauerstoff rechtzeitig mit der Auslösung des Weckreizes. Der Blutdruck erhöht sich, der Puls steigt rasant an, das Herz schlägt schneller. Die Atemmuskulatur spannt sich, der Atemweg wird geöffnet. Der Mensch erwacht mit einem explosionsartigen Schnarcher. Diese kurzen Aufwachphasen werden vom Betroffenen zwar meist nicht wahrgenommen, doch durch die wiederholten Atemaussetzer und das nachfolgende Erwachen wird der Tiefschlaf erheblich eingeschränkt. Die Folgen der Schlafapnoe:

  • morgendliche Kopfschmerzen,
  • Kreislaufstörungem
  • erhöhter Blutdruck,
  • starke Leistungsminderung, Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen,
  • Depressionen,
  • verstärkte Neigung zu Herzinfarkten und Schlaganfällen.

Was hilft bei Schlafapnoe?nCPAP bei Schlafapnoe

Wer unter Schlafapnoe leidet, gehört in die Hand des HNO-Arztes oder des Schlafmediziners. Er wird dem Patienten zunächst zur Änderung des Lebensstils raten: unter anderem zur Reduzierung des Körpergewichts, zum Verzicht auf Genussgifte wie Alkohol, Kaffee, Nikotin. Abends sollten keine fett- und kalorienreichen Mahlzeiten mehr eingenommen werden. Außerdem rät der Arzt vom Schlafen in Rückenlage ab. Neben den Maßnahmen und medizinischen Hilfsmitteln, die auch beim „normalen“ Schnarchen helfen, verordnet der Arzt oft die nCPAP-Therapie, die “nasale kontinuierliche positive Überdruckatmung”. Während der Nacht wird dem Patienten durch eine Nasenmaske Sauerstoff zugeführt. Es entsteht ein Überdruck, und die Atemwege werden hierdurch freigehalten. Dieses Gerät ist zwar gewöhnungsbedürftig, hat sich jedoch als wirksame Therapie gegen die gefährliche Schlafapnoe erwiesen.

 Fazit

Dauerhaftes Schnarchen ist Gift für eine Partnerschaft. Aber auch der Schnarcher selbst ist betroffen. Leistungsminderung und gesundheitliche Störungen sind häufig die Folge lästiger Schnarchphasen, unter denen der regenerierende Tiefschlaf leidet. Gesundheitsschädigend ist die Schlafapnoe mit den gefährlichen Atemaussetzern, die mehrfach während der Nacht auftreten können. Gegen das Schnarchen und die Schnarchapnoe gibt es wirksame Hilfsmittel, die die störenden Schnarchgeräusche und Atemaussetzer minimieren können.

Wenn Sie selber oder Ihr Partner (und somit auch Sie) unter Schnarchen leiden, gilt es nun zu handeln. Ich hoffe, dass Sie in meinem Artikel einige Erklärungen zu Ihrer Situation und Anregungen zur Selbsthilfe gefunden haben und ich Ihre Frage: „Was tun gegen Schnarchen?“ beantworten konnte. Weitere Fragen zu diesem oder Anregungen zu weiteren Themen nehme ich gerne unter Tobias@sleepful.de entgegen. Außerdem sind Sie herzlich eingeladen einen Kommentar zu diesem Artikel zu hinterlassen.

Wie immer bedanke ich mich für Ihr Interesse an meinen Inhalten und wünsche Ihnen alles Gute und viele geruhsame Nächte.

Ihr

Tobias Kartje

P.S.: Wenn Sie diesen Artikel „Was tun gegen Schnarchen und Schlafapnoe?“ über Google gefunden haben und mehr über sleepful.de und wie Sie die Seite am sinnvollsten nutzen können, herausfinden möchten, klicken Sie hier!

Machen Sie jetzt auch unseren großen sleepful.de Selbsttest Schlafstörung. Dieser Test untersucht, ob bei Ihnen eine Schlafstörung vorliegen könnte und gibt Ihnen wertvolle Tipps für einen geruhsame Schlaf. Probieren Sie es kostenlos aus!